Auszeichnung Anerkennung

Projekt Advanced Office Design

Gestalter*in Marina Henrichs

Im Zentrum Stuttgarts wird ein Bürokomplex für eine international agierende Firma des „digital modellings“ vorgeschlagen. Die städtebauliche Lage auf einer dreiecksförmigen Restfläche erfordert Reaktionen auf den vorhandenen Baubestand, läßt aber gleichzeitig auch eine selbstbewusst dynamische eigene Position zu. Das umfangreiche Raumprogramm wird im Hinblick auf den Wissensstand moderner Büroarbeitsplätze untersucht. Das Konzept zeigt ein flexibles Bürogebäude der Zukunft, das nach „Flex-Office“-Gesichtspunkten entwickelt wird. Stadtgestalterisch ist das Gebäude intelligent angefasst, indem Durchlässe, Passagen, Grünräume vorgeschlagen werden, die öffentliche und halböffentliche Räume zulassen. Dem Komplex werden im Erdgeschossbereich öffentlich nutzbare Einheiten zugeordnet, die als Sporttreff, Cafe, Lounge Frequenz und Öffentlichkeit erzeugen. Kino, Restaurant, Dach-Bar, Dach-Veranstaltungssaal, Dachgarten ergänzen dieses Konzept mit einem willkommenen Mehrwert. Das Leitmotiv des Advanced Office Designs und das der Firma nämlich „panta rhei“ oder „Bewegung und Fluß“ inspiriert zur vorgestellten Fassade, die in schnellen mit akzentuierten, bewegten Bildern, die die Firma entwickelt, Identität und Einheit zwischen Gebäude und Firma vermitteln soll. Ob die bewegte Szene das wirklich vermitteln kann, bleibt zu diskutieren. Dennoch scheint die tranzluzente Fassade aus Karbonfasern an sich geschickt gewählt, weil sie Einsichten in tagesaktuelle Bearbeitungen der Firma bei gleichzeitig natürlichem Tageslicht verhindert. Inwieweit das die Nutzer glücklich macht, kann man in einem Selbstversuch in einem mit hellen Gerüstfolien verhängten Gebäude einmal untersuchen. Hier würde man sehr sorgfältig vorgehen müssen.

Der Entwurf zeigt eine Fülle von innovativen Lösungsansätzen im Rahmen des Advanced Office Designs, die allerdings in ihrer spürbaren Dichte und Reichlichkeit noch umsetzungsrelevanter Vorschläge bedürfen. Er könnte als Basis für weitere Entwicklungen dienen.

Nach Ansicht der Jury verdient diese solide Arbeit von Marina Henrichs eine Anerkennung.